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Herbert Asmodi

Der vor allem als Dramatiker und Drehbuchautor bekannt gewordene Asmodi wurde am 30.03.1923 in Heilbronn als Herbert Kaiser geboren. Der Sohn eines Heilbronner Fabrikanten besuchte hier das Gymnasium. Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft studierte er in Heidelberg Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft studierte er in Heidelberg Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie.

Seit 1952 lebte er als freier Schriftsteller in München. Er begann als Bühnenautor und erhielt bereits für sein erstes Theaterstück Jenseits vom Paradies den Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin. Seine dem absurden Theater zugerechneten Nachkriegskomödien gelten als ausgesprochen elegant und hintersinnig.

In den 70er Jahren wandte er sich dann dem Fernsehen zu und feierte auch hier Erfolge: Am bekanntesten wurde seine Bearbeitung von Wilkie Collins Die Frau in Weiß oder Der eiserne Gustav nach Hans Fallada. Bei Schlöndorffs Filmadaption von Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß arbeitete er nicht nur am Drehbuch mit, sondern ist auch auf der Leinwand in der Rolle des Vaters zu sehen.

Mitte der siebziger Jahre wandte Asmodi sich dann zunächst der Lyrik zu (Jokers Gala, 1975, und Jokers Farewell, 1977). Seit Mitte der 80er Jahre erschienen zahlreiche Erzählungen, zuletzt Adieu les belles choses: Letzte Nachrichten aus Nostalgia. Eine Erinnerung (2006).

Über seine Gefühle bezüglich seiner Heimatstadt äußert sich Asmodi in einem Brief an Rainer Moritz: „Hin und wieder komme ich nicht umhin, Heilbronn auf ein Papier zu schreiben. Ich zucke dann jedes Mal ein bißchen zusammen, so als signierte ich einen ungedeckten Scheck. Für Heimatgefühle bin ich denkbar schlecht ausgestattet: ich habe diesbezüglich das Gemüt eines Metzgerhundes. Wenn überhaupt, würden sie sicher auf der Place des Vosges (beispielsweise) eher strudeln als auf dem Heilbronner Marktplatz.“ (Zit. aus: Moritz, R.: Der ganze Zauber dieser Gegend. Heilbronn, 1989)

Lediglich 1972 nahm er an der Uraufführung seiner Komödie „Geld“ im Heilbronner Theater teil.

Herbert Asmodi erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin (1955) und das Bundesverdienstkreuz (1984). Er verstarb am 3. März 2007, im Alter von 83 Jahren, in seiner Wahlheimat München an den Folgen eines Schlaganfalls.