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Rainer Moritz

Der Autor, Übersetzer und Herausgeber vieler amüsanter Anthologien wurde 1958 in Heilbronn geboren. Seine Schulzeit verbrachte er am Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium. Neben der Leidenschaft zur Literatur entwickelte sich hier wohl auch die Begeisterung für die angeblich schönste Nebensache der Welt: den Fußball. 1975 legte er die Schiedsrichterprüfung ab und wirket dann viele Jahre auf den süddeutschen Bezirksligasportplätzen. So beschrieb er es zumindest in seiner Glosse Mein Leben als Pfeife, die im Januar 2005 in der Wochenzeitung „Die Zeit“ anlässlich der gerade aktuellen Schiedsrichterbestechungsskandale erschien.

Nach seinem Abitur studierte Moritz Germanistik, Romanistik und Philosophie in Tübingen. 1988 folgte die Promotion über Hermann Lenz. Zunächst arbeitete er als Lektor bei verschiedenen Verlagen und wurde schließlich 1998 Verlagsleiter des renommierten Hoffmann & Campe Verlags in Hamburg.

Neben seiner Verlagstätigkeit trat Moritz in den letzten Jahren verstärkt als Autor und Herausgeber in Erscheinung. Dabei huldigte er neben dem Fußball noch zahlreichen anderen Leidenschaften: So wissen wir spätestens nach dem Erscheinen der Anthologie Schlager, die wir nie vergessen (1997) von der prägenden Kraft des deutschen Liedguts. .

Die Heilbronner verdanken unter anderem Rainer Moritz die Aufarbeitung ihrer Literaturgeschichte. Der ganze Zauber dieser Gegend - eine schwäbische Dichterreise erschien bereits 1989 und versammelt die berühmten Heilbronner Autoren und auch die, die Heilbronn beschrieben haben. 1993 gab Moritz im Stuttgarter Silberburg-Verlag eine Auswahl der Werke des Heilbronners Ludwig Pfau heraus.

Die große Anerkennung, die er sich mit seinem Werk in der Heimatstadt erwoben hat, setzte er mit der berühmten Glosse in der Anthologie Öde Orte fast aufs Spiel: „Heilbronn, das ist die blanke Langeweile, ist stadtgewordener Rudolf Scharping“ ging bald in den Zitatenschatz der Heilbronner ein. Solche spöttischen Formulierungen sind wohl trotz allem ohne eine ausgeprägte Zuneigung zu seiner Heimatstadt nicht möglich. Und auch in dieser Kolumne zeigte er sich wieder als ein ausgezeichneter Kenner der Heilbronner Literatur- und Fußballgeschichte.

Der Stadtbibliothek ist er bis heute sehr verbunden: Nicht nur, dass Moritz regelmäßiger Gast in unserem Hause ist, darüber hinaus findet sich in seinem Das Buch zum Buch. Ein ABC der Leselust ein inniger Rückblick auf seine regelmäßigen Besuche in der Heilbronner Bibliotek und auf seine große Liebe zu einem heute völlig unbekannten Jugendbuchautor namens Anthony Buckeridge.

Seit Anfang 2005 ist Moritz Leiter des Hamburger Literaturhauses und freier Autor.