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Ingeborg Pilgram-Brückner

Eine außerordentlich aktive Autorin war Ingeborg Pilgram-Brückner. Ihr Werk umfasst eine stattliche Anzahl von Märchenbüchern, Erzählbänden, Gedichtsammlungen und auch Theaterstücken.

Die 1924 in Heilbronn geborene Autorin war lange Jahre als Journalistin tätig, davon elf Jahre in der Lokalredaktion der Heilbronner Stimme. Schon früh begann sie auch Prosa zu schreiben, bereits 1949 erschien das Kindermärchenbuch. Dieses Thema ließ die Autorin bis ins hohe Alter nicht mehr los: Die Märchenbücher Das Mondfadenknäuel und Der Stubensand-Jakob erzählt beispielsweise erschienen beide Anfang der achtziger Jahre. Die Themen und Geschichten schöpfte die kreative Autorin aus ihrer Naturverbundenheit, der Lust an der Heimat und den Mythen der Löwensteiner Berge.

Gemeinsam mit ihrem Mann Heinz-Dieter Pilgram wanderte sie zahllose Kilometer durch Baden-Württemberg. Neben den beliebten Heilbronner-Stimme-Wanderführern (1974 -1978), die dabei entstanden, recherchierte sie bei alten Handwerkern und in Archiven nach Sagen und Heimatgeschichten. Auch die Märchenwanderungen in Baden-Württemberg (1988) sind ein Ergebnis dieser Wanderungen.

Seit 1965 pflegte Ingeborg Pilgram-Brückner engen Kontakt zu Heilbronns französischer Partnerstadt Béziers. Sie schrieb mehrere Bücher über Béziers und ließ sich von der südfranzösischen Stadt zu Theaterstücken inspirieren: Das Gespenst von Tartoville (1972) und Der Zauberspiegel, deutsch-französisches Märchenspiel (1986). Beide Stücke wurden ins Französische übersetzt und in Béziers aufgeführt. Für ihr außerordentliches Engagement für die Städtepartnerschaft wurde sie mit der Ehrenmedaille der Stadt Béziers für die Förderung kultureller Belange ausgezeichnet.

Neben der Heimatkunde und den Märchen lag Ingeborg Pilgram-Brückner auch die Musik am Herzen. Alle ihre zahlreichen Lesungen wurden musikalisch umrahmt und zusammen mit der Heilbronner Musikschule entstand 1980 die Schallplatte Waldweihnacht bei den Wurzelzwergen.

Ende der neunziger Jahre eroberte sich die Autorin nicht nur den PC als neues Arbeitsgerät, sondern auch ein neues literarisches Thema: Erbauungsliteratur für ältere Menschen. Aus der Trauer über den Tod ihres Mannes entstand der Band Der Tod kann uns nicht trennen (1998) mit Gedichten, Naturbeschreibungen, kleinen Märchen und Gebeten. Darauf folgten weitere Titel: Leuchtend sich die Tage neigen (1998) oder auch Hilfe, ich bin ein Auslaufmodell - Heiteres zum Älterwerden (2004). Im Oktober 2010 präsentierte die Autorin dann ihre erste Novelle Der Andere, eine Liebesgeschichte, die sich über Russland, Deutschland nach Frankreich zieht.

Ingeborg Pilgram-Brückner ist am 2. Juni 2013 gestorben.