KontaktImpressumSchriftgrößeInhaltsverzeichnis
Otto Rombach

Der als Sohn des Kunstmalers August Friedrich Rombach 1904 in Böckingen geborene Autor wuchs in Bietigheim-Bissingen auf. Zunächst besuchte er eine Präparandenanstalt in Herborn mit dem Ziel, Lehrer zu werden. Doch nach dem Studium zog es ihn nach Frankfurt, dort arbeitete er zunächst als Angestellter des Magistrats, dann als Redakteur der Frankfurter Zeitung.

Seine erste Veröffentlichung war die 1928 erschienene Gedichtsammlung Gazettenlyrik, es folgten der Novellenband Der Brand im Affenhaus (auch 1928) und mehrere Bühnenstücke. Privat ziog es ihn 1929 nach Berlin, dort verkehrte er mit vielen bekannten Künstlern. Rombach interessierte sich besonders für die Neue Musik und war mit dem Gründungsvater der Donaueschinger Musiktage, Heinrich Burkard, eng befreundet.

In Berlin schrieb er auch seine ersten Romane: Ewige Wanderung und der Ikarus von Ulm erscheinen 1935. Und schon ein Jahr später veröffentlichte er die spannende und zugleich heitere Geschichte um den Aufstieg des schlauen holländischen Torfknechts Adrian zum Tulpenkönig von Holland (Adrian, der Tulpendieb). Dieser historische Schelmenroman war Rombachs erster großer Erfolg. 1966 wurde der Stoff mit Heinz Reinecke in der Hauptrolle verfilmt.

Im Genre des historischen Romans übersteand Otto Rombach die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. 1940 erschein Der junge Herr Alexius, eine im 15. Jahrhundert angesiedelte Geschichte über einen Ravensburger Handelsherrn, für den Rombach 1941 den Schwäbischen Dichterpreis erhielt.

1945 zog er wieder zurück in seine schwäbische Heimat, die ihn auch in Berlin nie losgelassen hat: In seiner autobiografischen Schrift Vorwärts, rückwärts, meine Spur schilderte er ausführlich die regelmäßigen Treffen in Berlin beim Schwabenwirt. Zurück in Bietigheim, gründete er 1951 zusammen mit Rudolf Pechel und Hermann Kasack den „Süddeutschen Schriftstellerverband“.

Neben seinen zahlreichen historischen Romanen erschienen nun auch Reiseessays. Die Reisen nach Ägypten und Rom, aber vor allem seine Frankreichreisen dokumentierte er in verschiedenen Büchern. Mit Atem des Neckars, Die Burgenstraße oder auch Glückliches Land beschrieb er dann schließlich sein geliebtes Schwaben. Erwähnt sei hier auch der 1959 mit dem Schwäbisch-Haller Fotografen Paul Swiridoff entstandene Heilbronn-Bildband.

Für seine Publikationen und sein öffentliches Engagement wurde Rombach mehrfach ausgezeichnet: 1964 mit der Ehrenmedaille der Stadt Heilbronn und im gleichen Jahr mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, 1969 mit einem Professorentitel, verliehen von der baden-württembergischen Landesregierung, und 1981 mit der Landesverdienstmedaille aus der Hand von Lothar Späth. Auch von französischen Akademien wurde Rombach für sein Werk verschiedentlich geehrt. Schließlich widmete ihm das Marbacher Schiller-Nationalmuseum zu seinem 70. Geburtstag 1974 eine Ausstellung.

In Böckingen nannte man beim Neubau des Bürgerhauses zwei Zimmer nach ihm und seinem malenden Bruder Hermann. Otto Rombach hielt dann auch die Eröffnungsrede, die er unter das Motto „Böckinger Heimkehr“ stellt.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag verstarb Otto Rombach in Bietigheim. Er hinterließ der Stadt Heilbronn eine Stiftung, aus der jährlich Stipendien für talentierte junge Musiker, Maler und Literaten vergeben werden.